INTERNATIONALER TAG DER BIODIVERSTÄT 2010
 

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Österreich: Überraschende Funde in sechs Nationalparken

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Land der Rekorde

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Ankündigung

Ursprüngliche Ankündigung der Veranstaltung auf dieser Website (April 2010)


Land der Rekorde

3000 entdeckte Arten, 2000 BesucherInnen und 200 WissenschaftlerInnen - das ist die beeindruckende Bilanz des GEO-Tages der Artenvielfalt, der am Samstag, 29. Mai 2010, den Höhepunkt und Abschluss der Woche der Artenvielfalt in den sechs österreichischen Nationalparks bildete.


"Am GEO-Tag der Artenvielfalt haben unsere sechs Nationalparks gezeigt, wie überraschend, actionreich und unvergesslich hautnahe Naturerlebnisse sein können. Wir müssen Österreichs Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten für nachkommende Generationen genauso schützen wie Kulturgüter. ", betonte vielfaltleben-Kampagneninitiator Umweltminister Niki Berlakovich.


Foto: Schneider, Nationalpark Hohe Tauern

Zur Bühne wurden die Berge, Täler, Wiesen, Wälder und Seen der Nationalparks Hohe Tauern, Kalkalpen, Neusiedler See, Gesäuse, Donau-Auen und Thayatal - mit unzähligen gefundenen Arten in der Hauptrolle. In mehreren Nationalparks wurden sogar in der Region bisher unbekannte Tiere und Pflanzen entdeckt.


"On stage" waren auch die vielen großen und kleinen BesucherInnen und ExpertInnen: Vom Großvater bis zum Kleinkind, vom Nationalparkmitarbeiter bis zum selbstständigen Biologen, vom engagierten Studenten bis zum Universitätsprofessor - Botaniker und Flechtenkundler, Ornithologen, Experten für Spinnen, Zikaden, Wanzen und Käfer, Fledermaus- und Falterspezialisten und viele mehr.


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Funde des Tages

Hohe Tauern

Foto: Zmoelnig, Nationalpark Hohe Tauern

Im Nationalpark Hohe Tauern drehte der Steinadler eindrucksvoll seine Runden hoch über den Köpfen der Gäste. "Mit ca. 1.200 gefundenen Arten - darunter mehrere für den Nationalpark Hohe Tauern gänzlich neue - und dem Nachweis von besonders seltenen und stark gefährdeten Arten kann der Tag als großer Erfolg bezeichnet werden", ist Kristina Bauch vom Nationalpark Hohe Tauern sehr zufrieden.


Eines der vielen Highlights: Zum ersten Mal wurde hier das Vorkommen des Graszünslers (Pyrausta nigrata) nachgewiesen. "Wir haben nicht erwartet, gleich bei der ersten Aufsammlung einen bislang hier nicht nachgewiesenen Schmetterling zu finden. Ein wirklich tolles Erlebnis!", so Patrick Gros, Entomologe am Haus der Natur in Salzburg. Und Robert Lindner, Leiter des Biodiversitätszentrums am Haus der Natur, freut sich über den Nachweis des in Mitteleuropa seltenen Rotsternigen Blaukelchens: "Die Art steht europaweit unter Schutz. Dass hier im Seidlwinkltal zwei Männchen in einem geeigneten Habitat beobachtet wurden, kann man als deutlichen Hinweis auf ein lokales Brutvorkommen werten!"


Im Bereich der Botanik gab es ebenfalls zwei besondere Funde: den Sumpf-Löwenzahn und den Schweizer Moosfarn, "eine von lediglich zwei im deutschsprachigen Raum heimischen Moosfarnarten", so Peter Pilsl von der Salzburger Botanischen Arbeitsgemeinschaft. Die Pilzexperten meldeten Funde aus der roten Liste der gefährdeten Arten: den Scharlachroten Kelchbecherling und das äußerst selten vorkommende Glattstielige Stockschwämmchen.


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Gesäuse

Auch im Nationalpark Gesäuse kam es zu außergewöhnlichen Funden: "Zumindest eine neue Ameisenart, eine neue Spinnenart und drei neue Falterarten konnten für das Gesäuse ausgemacht werden", berichtet Mitarbeiterin Petra Sterl. Insgesamt wurden im Kalktal bei Hieflau über 1000 Tier- und Pflanzenarten – darunter alleine 300 verschiedene Arten an Schmetterlingen – entdeckt und erforscht. Der Alpenbockkäfer, das Maskottchen des Nationalparks, hielt sich zwar versteckt: Die alten Bohrlöcher im Buchenholz zeugten aber von seiner Anwesenheit und beeindruckten große und kleine Besucher gleichermaßen.


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Kalkalpen

Foto: Nationalpark Kalkalpen

"Auf die Spuren des Luchses" begab man sich im Waldnationalpark Kalkalpen. Die scheue Wildkatze konnte mit Fotofallen aufgespürt werden. Außerdem tummeln sich derzeit rund 1500 verschiedene Schmetterlinge in den Kalkalpen, darunter zahlreiche Waldarten. Ein Neufund für das Schutzgebiet wurde den Kleinschmetterling Schiffermuelleria schaefferella. Er lebt als Raupe an Totholz und ist daher in den meisten Gebieten verschwunden. Aber auch auffallende Tiere wie Segelfalter oder Nagelfleck wurden neben 180 weiteren Schmetterlingsarten gesichtet. Nachgewiesen wurden zudem die Bartfledermaus und trächtige Zwergfledermäuse, sowie Schneckenarten und viele Wasserorganismen in den Gebirgsbächen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Pilzen. Sie spielen im Abbau von organischem Material eine essentielle Schlüsselrolle und sind gleichzeitig Lebensraum und Nahrungsquelle für seltene, bedrohte Kleintiere. Die Experten der mykologischen Arbeitsgemeinschaft Oberösterreichs konnten 50 verschiedene Pilzarten differenzieren.


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Donau-Auen

Auch im Nationalpark Donau-Auen wurde geforscht, beobachtet, entdeckt, gesucht, gezählt und gestaunt. Der Nationalpark verfügt durch die Donau und ihre ständigen Veränderungen über eine Vielzahl an Wasser- und Landlebensräumen. Wissenschaftliche ExpertInnen ließen sich bei ihren Untersuchungen über die Schulter blicken, und jeder war eingeladen mitzutun. Besonders begeistert zeigten sich die BesucherInnen von der Vielfalt an wahren "Prachtkäfern", die sich im Totholz verstecken und sonst kaum zu sehen sind. Und auch der Schauspieler und Hundsfisch-Pate der Kampagne vielfaltleben, Gregor Seberg, ließ es sich nicht nehmen, seinem "Patentier" einen Besuch abzustatten, um sich von den erfolgreichen Maßnahmen zur Wiederansiedlung in den Donau-Auen zu überzeugen.


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Thayatal

Foto: Marek, Nationalpark Thayatal

Im Nationalpark Thayatal ist nicht nur die Talmorphologie einmalig, auch die hohe Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten ist beeindruckend. 20 WissenschaftlerInnen der Universität Wien, der Geologischen Bundesanstalt, des Naturhistorischen Museums und der Koordinationsstelle für Fledermausschutz und Forschung untersuchten zusammen mit großen und kleinen BesucherInnen die Flora und Fauna des Umlaufberges. Hier befindet sich Österreichs einziges Vorkommen an Hohem Perlgras (Melica altissima). Zoologische Highlights waren ein Schwarzstorch, der über dem Umlaufberg kreiste, und alle vier österreichischen Natternarten. Insgesamt wurden 683 Arten nachgewiesen!


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Neusiedler See

Um fliegende Zeitgenossen ging es im Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel: Ein Blick durchs Fernglas brachte die vielen Vogelarten des Gebietes wie Flussregenpfeifer, Graugänse, Säbelschnäbler, Stelzenläufer und Löffler in der Luft und am Wasser zum Vorschein. Aber auch die Hutweide hat so manchen Besucher staunen lassen, welcher Artenreichtum an Pflanzen und Insekten sich darin verbirgt.


Harald Grabenhofer vom Nationalpark Neusiedler-See sowie neun weitere Besucherbetreuer zogen gegen Abend eine eindrucksvolle Bilanz: 78 Vogel-, 4 Amphibien-, zahlreiche Insekten- und einige Säugetierarten waren ihnen vors Fernglas gekommen, dazu wurden vom Wegrand aus botanische Raritäten wie Salzkresse, Neusiedler See Salzschwaden und Sumpfknabenkraut bestimmt.


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Presseinformation_Tag_der_Artenvielfalt_Oesterreich.pdf

Vollständige Presseinformation zum GEO-Tag der Artenvielfalt 2010 in Österreich

797 K

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