INTERNATIONALER TAG DER BIODIVERSTÄT 2010
 

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Im Auftrag des



Kroatien: Park Maksimir, Zagreb

Ankündigung

Schätze im Großstadtdschungel

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Ankündigung

Ursprüngliche Ankündigung der Veranstaltung auf dieser Website (April 2010)


For the GEO articles in Croatian language, please go to the downloads section.


Schätze im Großstadtdschungel

„Hier leben 27 Arten von Mücken“, erklärt Ana Klobučar - eine Aussage, die manche der Zuhörer schaudernd an moskitoverseuchte Tropensümpfe denken lässt. Doch wir befinden uns im Park Maksimir, Zagrebs grüner Lunge, mitten in der Metropole Kroatiens. Ana Klobučar, Biologin beim Gesundheitsamt der Stadt und eine der Expertinnen, die den Besuchern an diesem Tag Rede und Antwort stehen, gibt Entwarnung: Die Blutsauger werden von einer Heerschar an Feinden gnadenlos dezimiert.


Da sind allein fünf Amphibienarten, die sich über Mücken und deren Larven hermachen; vor allem die Erdkröte (Bufo bufo) bevölkert den Park in großer Zahl, auch Frösche sind häufig. Hinzu kommen mehrere Fledermausarten. Und natürlich Vögel - viele der über hundert Arten, die im Park leben, ernähren sich auch von den lästigen Insekten.


Der Park Maksimir ist kein gewöhnlicher Stadtpark - kulturhistorisch nicht und auch nicht ökologisch. Er ist eine der ältesten Grünanlagen Europas, 1794 gegründet, 316 Hektar groß; ein Landschaftspark mit Teichen, ausgedehnten Waldflächen und Wiesen mit eingestreuten Bauminseln. Der mehr als hundert Jahre alte Stieleichen-Wald (Quercus robur) in seinem südlichen Teil ist ein besonders wertvolles Refugium. Das Totholz bleibt an Ort und Stelle, so ist ein komfortables Nistplatz-Angebot für Höhlenbrüter entstanden, Kleiber und Spechte finden ein ertragreiches Betätigungsfeld. Hier, mitten in der Stadt, lebt eine der weltweit größten Populationen des seltenen Mittelspechtes (Dendrocopus medius).


Luka Katušić vom staatlichen Institut für Naturschutz ist Experte für Spinnen. Mit einer Gruppe von Kindern sucht er auf einem Rundgang nach den kleinen Monstern. Zwölf Arten werden am Ende entdeckt, von denen man bisher nicht wusste, dass sie überhaupt im Park leben. Eklig? Ach was! Die Fachleute staunen, wie selbstverständlich die jungen Besucher sich den Krabbeltieren nähern.


„Spinnen sind meine Lieblingstiere“, sagt Toma Barišić, ein sechsjähriger Junge aus einem Zagreber Vorort, „außerdem Schlangen und Frösche.“ Der Nachwuchsforscher kommt auf seine Kosten: Vorsichtig hält er eine Ringelnatter (Natrix natrix) in seinen Händen, im See fischt er nach Kaulquappen, die anschließend von Amphibienexperten bestimmt werden: Springfrosch (Rana dalmatina) und Seefrosch (Rana ridibunda) gehen ihm ins Netz. Tomas' Vater verrät, dass sein Sohn am glücklichsten wäre, wenn er einen lebendigen Dinosaurier entdecken könnte. Doch die gibt es nicht einmal im Park Maksimir.


GEO Kroatien hat den Aktionstag gemeinsam mit dem Kultusministerium, dem staatlichen Institut für Naturschutz, dem kroatischen Büro des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen sowie dem Institut Maksimir organisiert. Alle halbe Stunde starten die Experten zu ihren Rundgängen, an denen insgesamt Tausend Besucher teilnehmen. „Wir sind schon so oft hier gewesen und haben doch nie bewusst über die Vielfalt der Pflanzen und Tiere nachgedacht, die uns umgibt“, sagt eine junge Mutter, die mit ihrer Tochter fasziniert vor den Infotafeln steht.


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Downloads

Croatia_Biodiversity_October_2010.pdf

GEO coverage of Biodiversity Action Day in Zagreb and the world (GEO Croatia, October 2010, in Croatian)

1.4 M

Croatia_Biodiversity_Series_2010.pdf

A series of GEO articles about individual species in Croatia (GEO Croatia, February to November 2010, in Croatian)

4.8 M

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Photos: Stipe Surać


Text: Hrvoje Krešić