INTERNATIONALER TAG DER BIODIVERSTÄT 2010
 

Frühere Aktionstage


Eine Kooperation von


Im Auftrag des



Indonesia: Biodiversity and Livelihoods / Artenvielfalt als Lebensgrundlage

Borneo

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Borneo

Die Insel Borneo liegt im Zentrum des indonesischen Archipels und wird im Süden von der Javasee, im Norden vom Südchinesischen Meer, im Westen von der Karimata-Strasse und im Osten von der Celebes-See begrenzt. Sie ist mit ihrer Fläche von 751.936 km² die drittgrößte Insel der Welt und damit mehr als doppelt so groß wie Deutschland. Geopolitisch teilen sich die Insel drei Länder: das kleine Sultanat von Brunei Darussalam im Norden, Malaysia mit seinen Bundesstaaten Sabah und Sarawak im Nordwesten und Indonesien mit den vier Provinzen Ost-, West-, Süd- und Zentralkalimantan, wobei mehr als zwei Drittel der Insel zu Indonesien gehören.


Borneo zählt neben dem Amazonasbecken zu den artenreichsten Regionen der Welt. Nach konservativer Zählung finden sich dort mehr als 15.000 Planzenarten, von denen 6.000 endemisch sind, also nur hier vorkommen. Von den 420 neuen Arten, die in den vergangenen 25 Jahren auf Borneo entdeckt wurden, entfallen rund 123 "Neuentdeckungen" auf Funde der letzten drei Jahre (seit 2007) allein im länderübergreifenden Schutzgebiet "Heart of Borneo".


Doch das Paradies der Arten ist bedroht durch ungehemmte und ungeregelte Abholzung des Regenwaldes - meist für Palmölplantagen - und illegalen Handel mit geschützten Arten. Als besonders gefährdet gelten der Orang Utan (Pongo pygmaeus), der Borneo-Zwergelefant (Elephas maximus borneensis), der als der kleinste Elefant der Welt gilt, sowie der Borneo-Sonnenbär (Helarctos malayanus).


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Die Aktionstage

Austragungsort der Aktionstage war das 100-Seelen-Dorf Menua Sadap, ein Dayak-Iban-Dorf im Distrikt Kapuas Hulu in Westkalimantan, das drei Autostunden, einige Weiler und viele Schlaglöcher von der nächsten Ortschaft Putussibau entfernt, am Ufer des Sadap und am Rande des Nationalparkes Betung Kerihun (TNBK) liegt.


Dank der Artenfülle der Insel konnten die Teilnehmer dann auch so richtig aus dem Vollen schöpfen. Die wichtigsten Protagonisten waren neben den sehr engagierten Dorfbewohnern 40 Schüler zwischen 14 und 17 Jahren, 20 der Jungs und Mädchen kamen aus Sadap selbst, 20 weitere reisten im kunterbunten Bus aus Putussibau an.


Am frühen Morgen des 8. Mai machten sich die jungen Leute in zwei Gruppen zu Fuss und per Boot auf, ihre unmittelbare Umwelt zu erkunden und Proben aus dem Wald zu sammeln. Gut die Hälfte der Schüler war noch nie im Leben im Wald, ist noch nie im Fluss geschwommen oder hat gar, wie die Trekking-Gruppe, an dessen Ufer übernachtet. Begleitet wurden sie u.a. von Experten des WWF, von zwei Biologen der Universität in Pontianak - einem Fauna- und einem Fischspezialisten - einem deutsch-französischen Filmteam und einer Hand voll lokaler Medienvertreter.


Was am zweiten Aktionstag alles im Langhaus präsentiert wurde, konnte sich sehen lassen: zahllose Knollen, Blätter, Wurzeln, Käfer, Handteller lange Tausendfüssler, Spinnen, Farne, Beeren und Blüten und sogar eine lebende Mausschmerle, ein Putzer-Fisch, mit dessen weiterer Familie man unweigerlich Bekanntschaft macht, sollte man sich entschliessen, den Fluss, also die "grosse Badewanne", dem einfachen Mandi im Langhaus vorzuziehen.


Am Nachmittag zeigten die Dorfälteren den Jungen dann, wie man Körbe und Matten aus Materialien des Waldes herstellt, Textilfarben aus Pflanzen gewinnt und wie man beides verarbeitet. Beim Selbstversuch wurde manch einem/r erst richtig gewahr, wie viel Arbeit, Erfahrung und Geschick hinter dem fertigen Produkt steckt, angefangen vom Sammeln des Färbe- und Flechtmaterials im Wald, über den Vorbereitungsprozess (schneiden, schälen, wässern und trocknen) bis hin zur eigentlichen kunsthandwerklichen Arbeit. Sogar die Produktion ihres Betel-Bissens wurde von drei grauhaarigen Schwestern demonstriert, einschliesslich der Herstellung des Kalkes, den sie aus Flussmuscheln selbst mahlen. Nur ein Journalist der Pontianak Post war mutig genug, den anregenden Betel Bissen zu probieren; rote Zähne für den Rest des Tages waren leuchtender Beweis für seine Experimentierfreude. Ein Kochkurs mit Zutaten aus Wald und Fluss gehörte ebenfalls zum Programm und schöner war der Bogen dann auch kaum zu spannen zwischen "Biodiversity and Livelihood", dem Motto der Veranstaltung, als beim grossen gemeinsamen Langhaus-Abendessen, das aus einer Auswahl der „Fundstücke“ bestand: Flussfische (Tor tambra), knackige Farne (Displacium Esculentum), wilde Kräuter, Bambus (Bambuseae), Rattan (Calamus tenius) und Bananenblüten; Alltagskost für die Dörfler, aber für die Jugendlichen aus der Stadt schon reichlich exotisch.


Am Nachmittag stellten die Schüler ihre "Expeditions"-Ergebnisse im Forum vor, das neben den aktiven Teilnehmern der Touren auch aus der gesamten Dorfgemeinschaft, Vertretern von GTZ, DED, WWF, und einigen Mitarbeitern der Nationalparkverwaltung und der Forstverwaltung bestand. Jede/r SchülerIn hatte nach kurzer Vorbereitung genau 2 Minuten Zeit, "ihr/sein" Exponat vorzustellen: Vorkommen, Beschaffenheit, Lebensbedingungen, Nutzung. Beeindruckend war die Souveränität und Eloquenz der meisten SchülerInnen, mit der sie die Ergebnisse in kürzester Zeit auf den Punkt brachten. Kanon unter den jungen Leuten am Ende des Aktionstages: "Wir haben soooo viel gelernt. Wir alle haben jetzt neue Freunde, neues Wissen und eine ganz neue Umwelt."


Die vier besten PräsentatorInnen wurden von den Schülern selbst ausgewählt und durften ihre Ergebnisse am 24. Mai während einer dreitägigen Veranstaltung zum Tag der Artenvielfalt im Forstministerium in der Hauptstadt Jakarta einem grösseren Publikum vorstellen. Die Schüler nutzten die Gelegenheit auch zum persönlichen Austausch mit dem Forstminister, Zulkifli Hasan.


Der Aktionstag in Indonesien wurde vom GTZ-Programm FORCLIME in enger Zusammenarbeit mit dem DED Indonesien und mit Hilfe des WWF organisiert. Zeitgleich fanden Aktionstage in den Nationalparks Kayan Mentarang (Ostkalimantan), und Danau Sentarum (Westkalimantan) und in Süd-Sumatra (Provinz Merang) statt, die ebenfalls von GTZ und WWF unterstützt wurden.


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Press coverage (Bahasa Indonesia)


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Further information (Bahasa Indonesia)


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Downloads

Ergebnisse des Aktionstags


Artenfunde_beim_Aktionstag_auf_Borneo.pdf

Einige Highlights der bei den Aktionstagen gesichteten Arten

61 K

Press Review


Antara_News.pdf

1 article (English)

10.2 K

Borneo_Tribune.zip

3 articles (Bahasa Indonesia)

5.8 M

Jakarta_Post.pdf

1 article (English)

5.5 K

Jurnal_Nasional.zip

2 articles (Bahasa Indonesia)

2.0 M

Kompas.zip

2 articles (Bahasa Indonesia)

293 K

Ministry_of_Forestry.pdf

1 article (English)

1.4 M

Pontiak_Post.zip

3 articles (Bahasa Indonesia)

5.7 M

Radar_Tarakan.pdf

2 articles (Bahasa Indonesia)

75 K

Sumatera_Ekspres.pdf

1 article (English)

4.4 K

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Video

This 12-minute video shows some of the highlights of the Action Days in Borneo. Should you encounter internet connection problems while viewing, please try the shorter and lower-resolution versions on youtube  here.


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Galerie

Lagebesprechung

Blütenfund

Regentropfen

Bodenproben

Ingwerblüte

Trinkwasser aus Lianen

Insektennest

Hibiskus

Nass und glücklich

PH-Wert-Bestimmung

Biodiversität

Kinder im Langhaus

Dorfbewohnerin

Küche des Waldes

Würzendes Blatt

Küche des Waldes

Flechtarbeit

Hand- und Fussarbeit

Schwestern

Wissenstransfer

Nachhauseweg

Forstminister am GTZ-Stand

Minister Zulkifli Hasan

Dämmerung in Kalimantan