INTERNATIONALER TAG DER BIODIVERSTÄT 2010
 

Frühere Aktionstage


Eine Kooperation von


Im Auftrag des



Zielsetzung und Hintergrund

Zielsetzung

Der Wert der Natur

Hintergrund

Zielsetzung

Das offizielle Leitmotiv des Internationalen Tages der biologischen Vielfalt 2010 ist „Biodiversität für Entwicklung“. Deshalb sollen alle verbundenen Aktionstage in erster Linie das öffentliche und politische Bewusstsein – auf nationaler und internationaler Ebene – für die Bedeutung von Ökosystemen und Biodiversität für das menschliche Wohlergehen schärfen.


Vorangegangene Biodiversitäts-Aktionstage haben gezeigt, dass dies erreicht werden kann, wenn man unterschiedliche Interessensvertreter einlädt und gemeinsam mit ihnen ein spezielles Ökosystem analysiert; indem man den Beteiligten hilft, neue Erkenntnisse zu gewinnen; indem man ein attraktives Rahmenprogramm bietet; indem man öffentliche Diskussionen mit Experten anbietet; und indem man die Medien einbezieht und dazu anregt, über die Erfahrungen zu berichten.


Das Internationale Jahr der Biodiversität 2010 bietet eine exzellente Gelegenheit, diese Ansätze weiter auszubauen und ein globales Mosaik über den Wert von Ökosystemen und ihre Bedeutung für die Menschheit zu schaffen. Zeitgleiche Biodiversitäts-Aktionstage in bis zu 50 Ländern werden das öffentliche Bewusstsein für die Konvention über biologische Vielfalt und deren Ziele erweitern und die politische Debatte über die Möglichkeiten ihrer Erhaltung und nachhaltigen Nutzung ankurbeln.


Ein wegweisendes Jahr ...

Das Jahr 2010 ist wegweisend für die Anliegen der Konvention über biologische Vielfalt Die UN-Generalversammlung im September und die Konferenz der Partner (COP) der Konvention über biologische Vielfalt im Oktober 2010 werden den bisherigen Fortschritt beurteilen. Die TEEB-Studie („Die Wirtschaftlichkeit von Ökosystemen und der Biodiversität“) wird wissenschaftliche Grundlagen für die Beurteilung der Zwischenergebnisse liefern und darlegen, welche Auswirkungen Biodiversität und Ökosysteme auf die Weltwirtschaft haben. Darüber hinaus sind alle Länder aufgerufen, das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung biologischer Vielfalt zu schärfen.


… das große Möglichkeiten eröffnet

Der Internationale Tag der Biodiversität soll die Bedeutung von Ökosystemen für das Wohlergehen der Menschheit hervorheben. In einem Zeitraum von zwei bis vier Wochen rund um den 22. Mai werden in den teilnehmenden Ländern eine große Anzahl an Personen eingeladen, gemeinsam ein lokales Ökosystem zu erkunden und zu analysieren. Die Idee dahinter ist, den Wert dieses Ökosystems und seiner Biodiversität in einer Weise aufzuzeigen und zu beurteilen, die für jedermann verständlich ist. In Zusammenarbeit mit den Autoren der TEEB-Studie wird der „Wert“ von beispielhaften Ökosystemen bemessen.


Regierungen, Stiftungen, Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen, Medien und andere Partner sind eingeladen, an den lokalen Veranstaltungen teilzunehmen und eigene Beiträge zu leisten. Durch den gemeinsamen Einsatz aller Partner wird ein globales Mosaik entstehen, das zeigt, was Biodiversität für die Menschen bedeutet.


Nationale Aktionstage

Der Name sagt es bereits: Ein nationaler Aktionstag bringt Menschen in Aktion. Eine große Bandbreite an Vertretern verschiedenster Interessensgruppen kommt an diesem Tag an einem zuvor bestimmten Ort zusammen, um die Besonderheiten dieses speziellen Ökosystems zu untersuchen. Die Teilnehmer bekommen üblicherweise eine klare Aufgabe. Zum Beispiel sollen sie in einem bestimmten Zeitraum so viele Arten wie möglich sammeln. Wissenschaftler begleiten gemischte Teilnehmergruppen und helfen ihnen, die Arten zu bestimmen, Zusammenhänge zu erkennen und die Charakteristika des Ökosystems zu verstehen. Die Ergebnisse der einzelnen Gruppen werden anschließend gesammelt und gemeinsam mit Hilfe der Experten analysiert. Allein diese persönliche Begegnung mit der Vielfalt der Natur verschafft den Teilnehmern oft große Aha-Erlebnisse, und sie gewinnen wichtige neue Erkenntnisse.


Ein solches "Bio-Monitoring" ist jedoch nur ein Element dessen, was einen faszinierenden nationalen Aktionstag ausmachen kann. In der Vergangenheit haben einige Länder ergänzende Veranstaltungen organisiert, um den Tag für die Öffentlichkeit wie für die Medien noch attraktiver zu gestalten. 2008 ging dem Aktionstag in Südafrika bspw. ein dreitägiges "Festival über nachhaltiges Leben" ("Sustainable Living Festival") voraus, und der Tag selbst wurde mit einem Galadinner abgeschlossen, bei dem erste Ergebnisse vorgestellt wurden. 2007 hat Vietnam im Nachgang zum Aktionstag ein internationales Symposium über Biodiversität und Klimawandel organisiert.


Nationale und internationale Berichterstattung

In jedem Land sollen die Aktivitäten dokumentiert werden: in gedruckter Form, im Audioformat oder als Film. Über das Gesamtprojekt werden ein Film mit Berichten aus vielen teilnehmenden Ländern sowie eine Bildpräsentation produziert. Sie sollen möglichst im Rahmenprogramm der UN-Generalversammlung und der CBD-Vertragsstaatenkonferenz 2010 (COP 10) gezeigt werden.


GEO wird sowohl in seiner deutschen als auch in internationalen Ausgaben über die Aktionen berichten. Darüber hinaus werden alle Aktionen auf dieser Website präsentiert. Weitere nationale und internationale Medien werden angesprochen und zur Mitarbeit eingeladen. Das daraus entstehende globale Mosaik nationaler Erfahrungen wird dazu beitragen, ein Gesamtbild der Beiträge von Ökosystemen zur menschlichen Entwicklung zu gestalten.


Dies wird helfen, die öffentliche Selbstverpflichtung zum Erhalt von Biodiversität und dem nachhaltigen Gebrauch der biologischen Ressourcen zu stärken.


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Der Wert der Natur

Der Wert der Natur hat viele Dimensionen – von ihrer spirituellen Bedeutung bis hin zum wirtschaftlichen Nutzen. In Vorbereitung auf das Internationale Jahr der Biodiversität 2010 zeigt die TEEB-Studie ("The Economics of Ecosystems and Biodiversity", übersetzt "Die Ökonomie von Ökosystemen und Biodiversität"), dass die Kräfte des Markts nicht in der Lage sind, den Wert von ökosystemaren Leistungen für den Menschen angemessen wiederzuspiegeln. Dies ist nicht allein eine Herausforderung für politische Entscheidungsträger, sondern hat direkte Konsequenzen für Unternehmen – und für uns alle, als Bürger und als Verbraucher.


Die TEEB-Studie wurde von Deutschland und der EU-Kommission initiiert, in Reaktion auf den Vorschlag der G8+5 Umweltminister (2007), eine globale Studie über die Ökonomie des Verlusts biologischer Vielfalt zu erarbeiten. Diese unabhängige Studie wird von Pavan Sukhdev geleitet, ist an das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) angegliedert und erhält finanzielle Unterstützung durch die EU-Kommission, Deutschland und Großbritannien. Zuletzt haben sich auch Norwegen, die Niederlande und Schweden angeschlossen. Weitere Informationen über TEEB finden sich auf  www.teebweb.org (in englischer Sprache).


Die Tatsache, dass ökosystemare Leistungen und Biodiversität keinen Marktpreis haben, bringt es mit sich, dass die zahlreichen Vorteile, die wir Menschen aus diesen (meist öffentlichen) Gütern ziehen, bei wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen oft übersehen oder stark unterbewertet werden. Durch ein besseres Verständnis des Werts von Ökosystemen können besser informierte und möglicherweise andere Entscheidungen getroffen werden. Die Berücksichtigung dieses Werts kann zu besserem Management führen. Investitionen in das Kapital der Natur kann große Erträge bewirken. Und eine bessere Verteilung dieser Erträge kann echten Nutzen für die Ärmsten der Gesellschaft bringen. Einfach ausgedrückt: Wir müssen den Nutzen von Biodiversität und ökosystemaren Leistungen für die Öffentlichkeit sichtbarer machen, um zu besseren und effizienteren Entscheidungen zu gelangen.


Das Mosaik nationaler Aktionstage um den Internationalen Tag der Biodiversität am 22. Mai 2010 herum ist ein guter Ausgangspunkt, um diesen Nutzen auf sehr praktische Weise aufzuzeigen. Wir möchten Sie ermutigen, für den Aktionstag in Ihrem Land zunächst unterschiedliche Optionen in Betracht zu ziehen, bevor Sie sich für ein Gebiet entscheiden. Denkbare Leistungen von Ökosystemen, die an einem solchen Tags untersucht werden können, sind bspw. die Bereitstellung von Wasser, die Stabilisierung des Klimas, Bestäubung für die Landwirtschaft, Tourismus, Küstenschutz, Ernährung, der Vorrat an genetischen Ressourcen, Wasserreinigung etc.


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Hintergrund

Auf guten Ansätzen aufbauen

Seit 2001 organisieren das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gemeinsam mit dem GEO-Magazin „Tage der biologischen Vielfalt“ in Deutschland und verschiedenen Entwicklungsländern.


Für die konkrete Umsetzung der nationalen Aktionstage schlossen sich Lokalpolitiker und andere Entscheidungsträger, Biodiversitätsexperten sowie Vertreter von wichtigen Medien zusammen. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort organisierten sie zahlreiche Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Teilnehmern. Die Resonanz in den Medien war groß, sowohl in Deutschland als auch in den anderen Ländern, in denen Aktionstage stattfanden.


Tage der biologischen Vielfalt – wie beispielsweise eine Veranstaltung zu „Biodiversität und Klimawandel“, die 2007 im vietnamesischen Tam Dao National Park stattfand – haben bisher Einfluss auf die Politik in über zehn Ländern genommen und das Engagement für den Erhalt der biologischen Vielfalt gefördert. Auf diesen Erfolgen möchten Entwicklungsministerium, Umweltministerium und GEO aufbauen, und neue Partner dafür gewinnen, ähnliche "Biodiversitätstage" rund um den Globus zu organisieren.


Projektaufbau

Etwa 50 Länder wurden eingeladen, an diesem globalen Event teilzunehmen. Während jedes Land frei über die Gestaltung seiner nationalen Veranstaltungen bestimmen kann, bedarf es einer geschickten Koordination, um den inhaltlichen Zusammenhang der Aktionstage zu sichern. Die Resultate sollen in einer Reihe von internationalen Präsentationen zusammengeführt werden.


Zu diesem Zweck wurde der folgende Projektaufbau entwickelt:


Die Steuerungsgruppe gibt die Rahmenbedingungen für das globale Projekt vor. Sie besteht aus dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), dem Bundesministerium für technische Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), GEO International und dem Koordinationsbüro der globalen Studie „Die Wirtschaftlichkeit von Ökoystemen und Biodiversität“ (TEEB).


Die Projekt-Koordinationsstelle berät die nationalen Umsetzungsteams zu organisatorischen und inhaltlichen Fragen. Außerdem koordiniert sie sämtliche weltweit stattfindenden Aktivitäten, erarbeitet aus nationalen Erfahrungen ein globales Mosaik und sorgt dafür, dass die Ergebnisse in angemessener Weise international präsentiert werden. Diese Aufgaben wurden GeoMedia, einer Consultingagentur in Bonn, übertragen.


Die Nationalen Umsetzungsteams werden von den nationalen Kontaktstellen der CBD-Vertragsstaaten bestimmt („CBD Focal Points“). Die Teams organisieren die nationalen Aktionstage  eigenverantwortlich und erhalten auf Anfrage Anleitung und Unterstützung von der Projekt-Koordinationsstelle (GeoMedia). Später stellen sie ausgewählte Ergebnisse für das globale Mosaik der nationalen Erfahrungen zur Verfügung. In Ländern mit GEO-Redaktionen und/oder Strukturen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (bspw. GTZ oder KfW) werden diese mit den nationalen Teams zusammenarbeiten.


Die Steuerungsgruppe und die Projektkoordinatoren werden eng mit dem Sekretariat für das Übereinkommen über biologische Vielfalt (SCBD) und dem UN-Umweltprogramm (UNEP) kooperieren, um eine Übereinstimmung mit internationalen Veranstaltungen und anderen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Internationalem Biodiversitätstag 2010 herzustellen.


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