Frühere Aktionstage


Eine Kooperation von


Im Auftrag des



Der Tag der Artenvielfalt in Honduras, 18.-22. Mai 2006


Republik Honduras

Bevölkerungswachstum: 2,16%
Lebenserwartung: 69 Jahre
Regierungsform: (präsidialische) Demokratische Republik
BSP-Wachstum: 4,2%
Anzahl der Schutzgebiete: 102, 27% d. Landesfläche
(75 deklariert, 27 in Vorbereitung)

 


Der 6. internationale Aktionstag zur Artenvielfalt, unterstützt von  GTZ,  KfW und der Fachzeitschrift  GEO, und in Kooperation mit der honduranischen Forstbehörde  AFE-COHDEFOR und dem Umweltministerium  SERNA, fand in diesem Jahr erstmals in Zentralamerika statt – im Biosphärenreservat Río Plátano im Nordosten von Honduras. Die Aktion, an der rund 200 Naturinteressierte, Bewohner der Region, Schulkinder Lehrer, Vertreter verschiedenster Ethnien, Journalisten und Politiker teilnahmen, wurde gleich zu einem großen Erfolg: das UN-Sekretariat der Konvention über biologische Vielfalt ( CBD) zeichnete die Veranstalter in Honduras als best practice für die Aktions- und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Biodiversität aus.


Über den Schutz der natürlichen Ressourcen und nachhaltige Entwicklung wird viel gesprochen – insbesondere zum jährlich wiederkehrenden Internationalen Tag der Biodiversität. Allerdings scheint das Thema den Menschen in vielen Ländern der Welt oft eher weit weg und abstrakt – dabei liegen die natürlichen Reichtümer vor ihrer Haustür. Das Gleiche gilt für Honduras – einem der ärmsten und zugleich artenreichsten Länder der Welt. Viele Honduraner kennen die faszinierende Flora und Fauna, die tropischen Regen- und Bergwälder, die Bergregionen, Nationalparks und Naturschutzgebiete ihrer Heimat nicht.

 

Um das zu ändern, sind Kommunikation und Informationsaustausch zum Thema Biodiversität wesentliche Instrumente. Und deshalb machte auch der Aktionstag in Honduras die Kommunikation von Umwelt- und Naturschutzthemen selbst zum Thema: Ein Medienworkshop und Erfahrungsaustausch für rund 40 Journalisten aus Europa, Brasilien und Honduras gehörte mit zu dem umfangreichen Programm vor Ort.

 

Danach ging es direkt ins Biosphärenreservat Río Plátano, in den kleinen Ort Brus Laguna - zur größten Umwelterkundung in der Geschichte Honduras: Einen Tag lang untersuchten die ausländischen und einheimischen Teilnehmer, massiv unterstützt von der lokalen Bevölkerung, in verschiedenen Exkursionen per Boot und zu Fuss die Pflanzen- und Tierarten der Region.

Río Plátano – Armut und Vielfalt

Das Biosphärenreservat Río Plátano ist eines der größten Naturschutzgebiete Mittelamerikas: Es macht mit einer Fläche von 835.000 Hektar - ungefähr anderthalbmal die Fläche des Saarlandes -  sieben Prozent der Gesamtfläche Honduras aus. Von der UNESCO wurde Río Plátano 1982 zum Naturerbe der Menschheit erklärt. Seit 1997 unterstützt die  deutsche Entwicklungszusammenarbeit die honduranische Forstbehörde AFE-COHDEFOR in technischer (GTZ) und finanzieller (KFW) Hinsicht.

 

Neben Regenwald finden sich hier unter anderem auch einzigartige Kiefernsavannengebiete mit Tieflandkiefern sowie eine beeindruckende Fluss- und Lagunenlandschaft.

 

Das Gebiet von Río Plátano zeichnet sich aber nicht nur durch eine große biologische Vielfalt, sondern auch durch ein nahezu einzigartiges Zusammenspiel von diversen Ökosystemen und vielfältiger Kultur aus. Das Gebiet ist zwar nur äußerst dünn besiedelt, dafür aber von vier verschiedenen Ethnien, den Pech, den Tawahka, den Garifuna und den Miskito. Letztere stellen den größten Bevölkerungsanteil.

 

Dennoch ist der Artenreichtum der Region bedroht - durch Armut, Bevölkerungsdruck und Raubbau an der Natur.
Zum einen bietet die Region kaum Arbeitsmöglichkeiten. Ein Ausweg scheint die Langustenfischerei, die für die Langustentaucher allerdings auch große Gesundheitsrisiken und in deren Folge Versorgungsprobleme für ihre Familien birgt sowie zur Überfischung der Lagune beiträgt.
Zum anderen bereitet der illegale Holzeinschlag der stetigen Ausweitung von landwirtschaftlich nutzbaren Flächen und Siedlungsgebieten den Weg – auf Kosten der Regenwälder und Mangroven, die 1998 auch durch den Hurrikan Mitch stark geschädigt wurden.

Des Weiteren ist Drogenhandel ein großes Problem: so benutzen internationale Kartelle die Küstenregion als Umschlagplatz für Drogen im Handel zwischen Kolumbien und den USA.

Deutsche EZ engagiert sich für Nachhaltigkeit

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit fördert daher in den sogenannten Rand- bzw  Pufferzonen des Biosphärenreservates die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen, u.a. Fischerei und Landwirtschaft und den Aufbau von Kooperativen zur gemeinsamen Vermarktung, um auf diese Weise höhere Preise zu erzielen. Denn nur so lässt sich langfristig die Zukunft der Menschen sichern, so die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul in ihrem Grußwort zum Aktionstag:

 

“Das Beispiel der Biosphärenregion Río Plátano zeigt, der Verlust der biologischen Vielfalt trifft die lokale Bevölkerung am härtesten. Nachhaltig lassen sich die Lebensbedingungen der Menschen nur im Einklang mit der Natur, nicht gegen sie, verbessern.”

 

Dazu allerdings sind Information und Kommunikation über Biodiversität und Umweltschutz fundamental. Die Menschen in Honduras und anderswo müssen mehr als bisher über den natürlichen Reichtum vor ihrer Haustür wissen: Denn nur das, was man kennt, kann man auch schützen.

Vereinte Nationen: Beispielhafte Kommunikation von Biodiversität

Der Biodiversitätstag in Honduras - die  Kombination von Medienworkshop und öffentlichem Biomonitoring – stach offenbar mit seinem innovativen Ansatz aus den vielen Feiern und Aktionen, die weltweit zum Tag der Biodiversität statt fanden, heraus. Denn das Sekretariat der Konvention über Biologische Vielfalt (CBD) betitelt auf seinen Internet-Seiten über die Aktivitäten zum UN Tag der Biodiversität die Veranstaltungen in Honduras als  „Communicating best practices“.

 

Auch deswegen sollen die Erfahrungen von Tecucigalpa und Brus Laguna aufbereitet werden und in die Entwicklung von Kommunikationsinstrumenten der UN-Biodiversitätskonvention einfließen.