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Pressekonferenz: 22. Mai 2006

Wenn schon Umweltkommunikation im Mittelpunkt eines Biodiversitätstages steht, dann müssen auch und gerade die Journalisten davon erfahren.

 

Im Anschluss an den Aktionstag zur Artenvielfalt 2006 im Biosphärengebiet von Río Plátano in Honduras gab es deshalb einen Tag später – genau am 22. Mai, dem Internationalen Tag der Biodiversität – eine Pressekonferenz in der Hauptstadt Tegucigalpa. Die Pressekonferenz fand im Landwirtschaftsministerium statt und richtete sich vor allem an die Medienvertreter, die zuvor in Brus Laguna nicht mit von der Partie sein konnten. Mit fast 30 anwesenden Journalisten wurden die Erwartungen der Veranstalter –  GTZ, Umweltministerium und Forstbehörde – weit übertroffen.
 

Ramon Alvarez, Generaldirektor der honduranischen Forstbehörde externer Link in neuem Fenster folgtAFE-COHDEFOR, dankte zunächst den Vertretern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit für die Unterstützung beim Biodiversitätstag 2006. Der Schutz der Umwelt werde in Honduras mehr und mehr zu einem wichtigen Anliegen, so Alvarez.

 

Deutschlands Botschafter in Honduras, Paul Resch, der beim Aktionstag vor Ort in Río Plátano im kleinen Ort Brus Laguna mit dabei gewesen war, zeigte sich sehr beeindruckt von der Veranstaltung, dem Engagement der lokalen Bevölkerung und dem Artenreichtum, den er rund um Brus Laguna zu sehen bekommen habe. Beeindruckend sei auch, dass sich in dieser Region die Spezifika eines nördlichen und eines südlichen Kontinents zu vereinigen scheinen. Anschließend verlas Botschafter Resch ein Grußwort der deutschen Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul an die honduranischen Teilnehmer des Aktionstages. Darin stellte die Ministerin unter anderem heraus:

 

 „dass die Bewahrung der biologischen Vielfalt nicht nur ein Thema für Wissenschaftler ist, sondern eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit für uns alle.“

 

Botschafter Resch plädierte auch dafür, die Anliegen der indigenen Gemeinschaften in den Naturschutzgebieten stärker als bisher mit in den Blick zu nehmen und zu prüfen, ob nicht auch der Schutz der Ressourcen des Meeres und der Lagunen staerker berücksichtigt werden kann.

 

Andreas Gettkant, stellvertretender Leiter des Kooperationsvorhabens von  GTZ/KfW PRORENA, informierte die Journalisten bei der Pressekonferenz über den Medienworkshop und Erfahrungsaustausch zwischen ausländischen und einheimischen Medienvertretern, der dem Aktionstag im Biosphärengebiet Río Plátano und den Exkursionen vorausgegangen war. Noch erhalte das Thema Umwelt- und Naturschutz sowie der Erhalt der Artenvielfalt in den Medien nicht die Bedeutung, die es verdiene, so Gettkant. Doch habe man im Workshop bereits einige Strategien entwickelt, die Thematik besser zu platzieren. Insgesamt sei man sehr zufrieden gewesen über die „aktive Diskussion“ im Workshop. Die Fortsetzung und Intensivierung des in Tegucigalpa begonnenen Erfahrungsaustausches sowie Möglichkeiten zur Aus- und Fortbildung von Journalisten in Umweltkommunikation nannte Gettkant als wichtigste Ergebnisse des Medienworkshops.

 

Mit einer Diashow wurden die Journalisten dann über den Aktionstag rund um Brus Laguna, die Exkursionen, die faszinierende Landschaft in Río Plátano und die Veranstaltungen der Bevölkerung während der Noche Cultural informiert.

 

Umweltexperte Carlos Orrego aus Costa Rica, der das Umweltministerium Costa Ricas berät, bewertete positiv, dass sich die neue honduranische Regierung der Förderung von Umweltthemen und dem Erhalt der biologischen Vielfalt verschrieben habe. Auf seinem Weg zu einem verbesserten Naturschutz könne Honduras auch von den Erfahrungen in Nachbarländern lernen. So seien in zurückliegenden Jahren in Lateinamerika häufig die Interessen der in Schutzgebieten lebenden Menschen zu wenig berücksichtigt worden. Das müsse sich nun ändern. Orrego verwies auch darauf, dass auch Ökotourismus äußerst schonend entwickelt werden müsse, um nicht selbst wieder negative Konsequenzen für die Umwelt zu haben.

 

Juan Pablo Suazo, verantwortlicher Direktor für Biodiversität im honduranischen Umweltministerium ( SERNA) berichtete noch einmal detailliert vom Aktionstag in Brus Laguna – einem „einzigartigen Event“. Bemerkenswert sei vor allem gewesen, wie sich Kinder, Wissenschaftler, Politiker, einheimische und ausländische Journalisten zusammengefunden hätten, um in einer bisher einmaligen, gemeinsamen Aktion den Naturreichtum von Honduras zu erleben und darauf aufmerksam zu machen, wie nötig es ist, ihn zu schützen. Suazo: „Auf dieses Ereignis können wir wirklich stolz sein.“

 

Santos Cruz, Vizedirektor der Forstbehörde AFE-COHDEFOR betonte unter anderem, dass isolierte nationale Naturschutzansätze nur wenig Wirkung zeigen können. Deswegen haben sich die Nachbarländer Honduras und Nicaragua bereits zusammengefunden, um im geplanten „Proyecto Corazon“, die Aktivitäten in den Schutzgebieten besser zu koordinieren und  die Schutzgebiete auch besser managen zu können. Die Nationalparks und Biospärenreservate des sogenannten  „Herzens Mittelamerikas“,  die Biosphäre Río Plátano, Biosphäre Tawahka, Nationalpark Patuca in Honduras, sowie die Biosphäre Bosawas in Nicaragua stellen zusammen das groesste noerdlich des Amazonas befindliche Regenwaldgebiet  dar.

 

Dr. Helmut Dotzauer, Leiter der Komponente Río Plátano bei  GTZ/KfW PRORENA verwies darauf, dass die deutsche Entwicklungszusammenarbeit sich bereits seit über acht Jahren für den Erhalt der Biosphäre Río Plátano in Honduras einsetzt. Umweltschutz kann aber nur in Absprache mit und durch die Menschen vor Ort gelingen, so Dotzauer: „Die Menschen brauchen die natürlichen Ressourcen auch zum Überleben. Sie müssen sie auf nachhaltige und schonende Weise nutzen können und dabei unterstützen wir sie.“

 
Dotzauer zeigte sich auch zufrieden darüber, dass das honduranische Militär nun ebenfalls für den Umweltschutz eingesetzt werde. Seine Präsenz biete den Menschen im Biosphärenreservat von Río Plátano Rechtssicherheit und sind ein erster Schritt in die richtige Richtung, so Dotzauer. „Die Menschen müssen sich sicher fühlen und ein funktionierendes Rechstsystem muss vorhanden sein, erst dann kann die zivile Gesellschaft den Schutz in ihre eigenen Hände nehmen. Denn wenn jemand Angst haben muss, dass er am nächsten Tag getötet wird, weil er ein Umweltverbrechen anzeigt, von dem kann man nicht verlangen dass er sich aktiv für Naturschutz einsetzt.“

 

Dotzauer betonte auch noch einmal die gute Organisation des Aktionstages vor Ort und die starke Beteiligung von Vertretern verschiedenster Ethnien. Er dankte vor allem den Organisatoren Maricsta Rodriguez und Jairo Wood in Brus Laguna für die geleistete Arbeit.

 

In der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde mit den Journalisten wurde vor allem deutlich, dass gerne noch mehr Medienvertreter am Workshop und der anschließenden Exkursion nach Río Plátano teilgenommen hätten – für die Organisatoren ein äußerst positives Zeichen: Es zeigt das gestiegene Interesse an Umweltschutz und Artenvielfalt in Honduras. Und das war zum Ende der Veranstaltungen rund um den Biodiversitätstag 2006 ein sehr gutes Ergebnis, das auf weitere Aktionen dieser Art in dem mittelamerikanischen Land hoffen lässt.